Paris, Frankreich
Der Eiffelturm in Paris
 

Schloss Versailles

Das Schloss Versailles, ca. 30 km südwestlich von Paris entfernt, wurde von Ludwig XVI. erbaut. Bis zur Französischen Revolution residierten und regierten hier die französischen Könige. Im Jahr 1979 wurde Schloss Versailles von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
 
Paris in Frankreich
 
Ursprünglich ein Jagdschloss, entschied Ludwig XVI. im Jahre 1661, dieses damals noch weit außerhalb von Paris gelegene Schloss umzubauen in einen repräsentativen Regierungspalast, der gleichzeitig seine Residenz sein sollte. Sein Ziel war, den im Barockstil erbauten Palast mit seinen ihn umgebenden Gärten als Ausdruck seiner zentrierten Macht zu etablieren. Um den mehr als aufwendigen Lebensstil am Hofe des französischen Königs sicher zu stellen, lebten mehrere Tausend Menschen in Versailles. Die Prunkentfaltung und höfischen Zeremonien im Schloss Versailles wurden zum Maßstab für den Adel in ganz Europa.
 
Der Buckingham Palace in London ist auch ein sehr beeindruckender Palast wie das Schloss Versailles vor den Toren von Paris.
 
Das beeindruckende Schloss Versailles bei Paris
 
Schloss Versailles besteht aus einem Mittelbau und zwei großen Seitenflügeln. Im Mittelbau sind die ehemaligen äußerst repräsentativen Staatssäle untergebracht. Im nördlichen Bereich waren die privaten Räume des Königs, im südlichen die der Königin. Außerdem lebten hier die Kinder des Königs und seine Maitressen.

Der Bau des Schlosses kann nicht im eigentlichen Sinne als abgeschlossen gelten, denn es wurde ständig in Teilen umgebaut und oft völlig verändert. Ganze Zimmerfluchten und Appartements wurden mit dem Wechsel der Jahreszeiten komplett umgestaltet. Selbst Wände wurden versetzt, die Türen neu angeordnet. Sogar das Schlafzimmer des Königs wurde im Laufe der Zeit von seiner ursprünglichen Lage gegenüber dem Schlafraum der Königin in einen Raum hinter die Spiegelgalerie mit Blick auf den Sonnenaufgang verlegt.
In den großen Seitenflügeln lebte der Hofstaat, der südliche Seitenflügel war den Prinzen vorbehalten. Die entfernteren Teile der Seitenflügel und die Nebengebäude waren dem Hofstaat zugedacht. Die Zuteilung der Räume im Palast erfolgte nach der Wichtigkeit der Person. Je bedeutender eine Person für den Staat, den König und den Hof war, umso näher wohnte sie den Räumen des Königs. Besonders verdienten Mitgliedern des Hofes wurden ganze Appartements zur Verfügung gestellt. Sie waren teilweise sehr groß, beheizt und verfügten außer über einen Schlafraum auch über repräsentative Empfangsräume und eine eigene Küche.

Bei Ausbruch der Französischen Revolution im Jahr 1789 umfasste das Schloss mehr als 280 Wohnungen, über 1.200 beheizbare Räume und 600 unbeheizte Zimmer. Die königliche Familie bewohnte genau 152 Räume.
 
Die Bayerische Staatsoper in München ist auch ein sehr imposantes Gebäude das wie das Schloss Versailles sehr beeindruckend wirkt auf Touristen.
 
Das Schloss Versailles kann von Besuchern besichtigt werden, allerdings sind die ursprünglichen Appartements und Räume des Hofstaates nicht mehr vorhanden. Ein erheblicher Teil der Einrichtung des Schlosses ging durch Plünderungen während der Revolution verloren und durch eine Versteigerung, bei der über 17.000 Möbel, Einrichtungsgegenstände, Dekorationen und weiteres Inventar des Hofes zum Verkauf angeboten wurden. Die Staatsräume und die privaten Räume des Königs und der Königin sind hervorragend restauriert und zeigen den Prunk und die Schönheit, mit der der König von Frankreich seine Machtentfaltung demonstrieren ließ.

Zu den Räumen, die besondere Bedeutung am französischen Hof hatten, gehört der Spiegelsaal mit den angrenzenden Räumen des Krieges und des Friedens, das königliche Schlafgemach und das Schlafgemach der Königin. Der Spiegelsaal beeindruckt durch 357 große Spiegel und besonders durch 17 Spiegel, die den großen Bogenfenstern in der Fassade des Schlosses entsprechen. In diesem Saal wurden große Feste gefeierte, er diente aber auch dem Sehen-und-Gesehen-werden bei Hofe. Die Mitglieder des Hofstaates promenierten hier hin und her in der Hoffnung, dem König zu begegnen und eine seiner Gunsterweise zu erfahren, die von allen anderen Höflingen gesehen werden konnte. Diese Gunsterweise, vielleicht in Form eines Lächelns oder sogar eines Wortes des Königs, galten als bedeutungsvoll und erstrebenswert, um damit eigene Macht und Einfluss bei Hofe zu erlangen oder zu festigen.

Die königlichen Schlafgemächer waren Schauplatz eines ausgeklügelten Rituals am Morgen wie auch am Abend und dienten dem König als Mittel zur Demonstration seiner Bedeutung für den Hof und Frankreich.